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Erfahrene Fachkräfte nachhaltig entlasten mit ergonomischer Hebetechnik

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Ihre erfahrendsten Fachkräfte sind schwer zu ersetzen. So halten Sie sie im Unternehmen.

Eine erfahrene Fachkraft, die an Ihrer Produktionslinie seit zwanzig Jahren arbeitet, weiß Dinge, die in keiner Arbeitsanweisung stehen. Sie hört, wenn eine Maschine anders läuft. Sie erkennt, wie sich eine Charge retten lässt, bevor sie zu Ausschuss wird. Sie weiß, an welchen Stellen ein Prozess tatsächlich Zeit verliert und welche kleinen Anpassungen die Produktion am Laufen halten.

Wenn diese Person geht, lässt sie sich nicht einfach durch eine Stellenanzeige ersetzen. Manchmal lässt sich die offene Stelle überhaupt nicht kurzfristig nachbesetzen.

Für Werksleiterinnen und Werksleiter ist das deshalb nicht einfach nur eine Frage des Altersmanagements. Es geht um Kapazität, Kontinuität und Mitarbeiterbindung. Die Frage lautet nicht nur, wie schneller neue Fachkräfte gewonnen werden können. Sie lautet auch: Warum verlassen erfahrene Mitarbeitende körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten früher, als sie müssten - und welche Risiken kann der Arbeitgeber reduzieren?

Die Belegschaft altert schneller, als sich viele Arbeitsplätze angepasst werden

Der europäische Arbeitsmarkt ist zunehmend auf ältere Beschäftige angewiesen. Im Jahr 2024 lag die Beschäftigungsquote in der EU bei den 55- bis 64-Jährigen bei 71,4 % für Männer und 59,4 % für Frauen. Beide Werte sind seit 2015 deutlich gestiegen und zeigen, dass mehr Menschen länger im Berufsleben bleiben. Eurostat-Beschäftigungsstatistik

Gleichzeitig sehen sich Arbeitgeber in ganz Europa weiterhin mit strukturellem Arbeitskräftemangel konfrontiert. Der EURES-Bericht 2025 der Europäischen Arbeitsbehörde nennt demografischen Wandel, Qualifikationsungleichgewichte, Arbeitsplatzqualität und begrenzte Arbeitskräftemobilität als Ursachen anhaltender Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt. Schwierige Arbeitsbedingungen erhöhen den Druck in vielen Mangelberufen zusätzlich. Europäische Arbeitsbehörde: Labour shortages and surpluses in Europe 2025

Erfahrene Fachkräfte zu halten, ist daher keine optionale Maßnahme der Personalplanung. Es ist ein direkter Weg, Prozesswissen und Produktionskapazität zu schützen. Analysen der OECD zeigen außerdem, dass im Durchschnitt nur etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Alter von 55 bis 59 Jahren fünf Jahre später noch im selben Job ist. OECD: Ageing and employment

Alter spielt eine Rolle - aber Alter allein ist nicht das Problem

Die körperliche Leistungsfähigkeit verändert sich im Laufe des Arbeitslebens. Nach körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten kann die Erholung länger dauern. Aufgaben mit hohem Kraftaufwand, häufigen Wiederholungen, ungünstigen Körperhaltungen oder schwerem manuellem Heben und Tragen werden langfristig belastender, wenn die Arbeit selbst nicht angepasst wird.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ältere Beschäftigte weniger wertvoll sind. Im Gegenteil: Erfahrung, vorausschauendes Handeln, Urteilsvermögen und aufgabenspezifisches Wissen bleiben für die Produktion enorm wichtig.

Das eigentliche Problem ist häufig die Passung zwischen den körperlichen Anforderungen einer Aufgabe und der individuellen Belastbarkeit der Person, die sie ausführt.

EU-OSHA weist darauf hin, dass rund 30 % der Menschen im Alter von 50 bis 64 Jahren aufgrund gesundheitlicher Probleme möglicherweise Anpassungen am Arbeitsplatz benötigen, um das Risiko eines vorzeitigen Ruhestands oder einer Arbeitsunfähigkeit zu verringern. Muskel-Skelett-Beschwerden zählen dabei zu den wichtigsten Themen. EU-OSHA: Promoting active ageing in the workplace

Die Frage für produzierende Unternehmen lautet daher nicht: „Wie alt ist unsere Belegschaft?“ Sondern: „Welche Tätigkeiten belasten genau die Menschen unnötig, deren Erfahrung wir am dringendsten halten müssen?“

Die Erkenntnis, die Ihre Sicht auf Mitarbeiterbindung verändern sollte

Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Schmerzen, die Beschäftigte in ihrer Tätigkeit einschränken, sind ein deutlicher Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für einen früheren Ausstieg aus körperlich anspruchsvoller Arbeit.

Eine prospektive dänische Studie begleitete 3.050 Beschäftigte ab 50 Jahren in körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Sie ergab, dass Beschäftigte, die über arbeitslimitierende Muskel-Skelett-Schmerzen berichteten, ein zunehmend höheres Risiko hatten, vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ihre bezahlte Beschäftigung zu verlieren. Im Vergleich zu Beschäftigten ohne arbeitslimitierende Schmerzen hatten diejenigen mit einem sehr hohen Grad an Einschränkung ein deutlich höheres Risiko, während des Nachbeobachtungszeitraums aus bezahlter Arbeit auszuscheiden. Skovlund et al., European Journal of Public Health, 2023

Eine separate 14-jährige Längsschnittstudie mit Erwachsenen ab 50 Jahren in England kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Häufige Muskel-Skelett-Schmerzen waren mit einem erhöhten Risiko verbunden, die Arbeit aufzugeben und früher in den Ruhestand zu gehen. Niederstrasser, Wainwright and Stevens, PLOS ONE, 2024

Das bedeutet nicht, dass Schmerzen der einzige Grund sind, warum Menschen ihre Arbeit verlassen. Ruhestandsentscheidungen werden von Gesundheit, Arbeitsplatzgestaltung, Finanzen, persönlichen Umständen und Arbeitsmarktbedingungen beeinflusst. Es bedeutet jedoch, dass arbeitslimitierende Schmerzen ein messbares Warnsignal sind — und eines, das Arbeitgeber angehen können, bevor daraus ein Bindungsproblem wird.

Erfahrene Bedienperson nutzt ergonomische Hebetechnik

Muskel-Skelett-Belastungen sind ein Geschäftsrisiko - nicht nur ein Arbeitsschutzthema

Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen in Europa. Sie können Rücken, Nacken, Schultern, obere und untere Gliedmaßen betreffen und in schwereren oder chronischen Fällen zu Fehlzeiten, Arbeitsunfähigkeit oder der Notwendigkeit führen, die Arbeit ganz aufzugeben. EU-OSHA: Musculoskeletal disorders

Manuelles Heben und Tragen, wiederholte Bewegungen und das Bewegen schwerer Lasten sind etablierte Risikofaktoren am Arbeitsplatz. In der EU-OSHA-Unternehmensbefragung 2024 nannten 52 % der Arbeitsstätten das Heben oder Bewegen von Personen oder schweren Lasten als relevanten Gesundheits- und Sicherheitsrisikofaktor, während wiederholte Hand- oder Armbewegungen von 63 % der Arbeitsstätten angegeben wurden. EU-OSHA ESENER 2024 findings

Für produzierende Unternehmen ist die Wirkung klar:

  • Schweres Heben und Tragen erhöht die körperliche Belastung.

  • Belastung kann zu arbeitslimitierenden Schmerzen führen.

  • Arbeitslimitierende Schmerzen erhöhen das Risiko eines früheren Ausscheidens.

  • Früherer Ausstieg entzieht dem Unternehmen Prozesswissen, Flexibilität und Produktionssicherheit.

Der erste Teil dieser Kette - die Gestaltung der Arbeit selbst - ist der Bereich, in dem Arbeitgeber den größten Einfluss haben.

Was ergonomische Hebetechnik verändert

Ziel ist es nicht, Menschen aus anspruchsvollen Tätigkeiten herauszunehmen. Ziel ist es, die Aufgabe so zu gestalten, dass Kraftaufwand, Reichweite und Wiederholung nicht darüber entscheiden, wer sie sicher und zuverlässig ausführen kann.

Was die Aufgabe verlangt

Ohne die richtige Hebelösung

Mit der richtigen Hebelösung

Einen 25-kg-Sack zu einem Trichter bewegen

Manueller Kraftaufwand, ungünstiges Handling und möglicherweise Bedarf an einer zweiten Person

Ein angetriebener Heber übernimmt die Last, während die Bedienperson die Positionierung steuert

Wiederholtes Handling am Linienende

Kumulative Belastung baut sich im Laufe der Schicht auf

Die Ausrüstung übernimmt die Last und reduziert wiederholte körperliche Anstrengung

Arbeiten in ungünstiger Höhe

Greifen, Verdrehen oder Überstrecken

Die Last kann auf eine geeignetere Arbeitshöhe positioniert werden

Besetzung der Aufgabe

Oft auf eine kleinere Gruppe mit ausreichender körperlicher Leistungsfähigkeit begrenzt

Mehr geschulte Teammitglieder können die Aufgabe innerhalb sichererer Grenzen ausführen

Erholung nach einer Schicht

Körperliche Anforderungen können sich über Tage und Wochen aufsummieren

Geringere Belastung unterstützt langfristig nachhaltigeres Arbeiten

Angetriebene Hebewagen eignen sich häufig für mobile und wechselnde Aufgaben, etwa das Bewegen von Materialien zwischen Stationen, das Beladen von Maschinen oder das Handling von Säcken, Rollen und Behältern. Überkopf-Handhabungssysteme sind oft geeigneter, wenn der Hebevorgang fest, häufig und wiederholt stattfindet und die Bodenfläche frei bleiben muss.

Beide Ansätze unterstützen dasselbe Ergebnis: Die Aufgabe wird weniger abhängig von individueller Kraft und über Schichten, Bedienpersonen und Karrierephasen hinweg konsistenter.

Warum Jobrotation und Schulung allein nicht ausreichen

Jobrotation, Arbeitsanweisungen und Schulungen spielen alle eine wichtige Rolle. Aber sie entfernen weder das Gewicht einer Last noch die Reichweite oder die Anzahl der Wiederholungen in einer Schicht.

Die europäische Arbeitsschutzpraxis priorisiert die Reduzierung von Risiken an der Quelle. Beim manuellen Heben und Tragen bedeutet das, zunächst zu prüfen, ob gefährliches Handling vermieden, umgestaltet oder mechanisch unterstützt werden kann, bevor hauptsächlich auf individuelle Technik gesetzt wird. Muskel-Skelett-Erkrankungen entstehen häufig über längere Zeit durch mehrere physische, organisatorische und psychosoziale Risikofaktoren, weshalb die Aufgabengestaltung ebenso wichtig ist wie Schulung. EU-OSHA: MSD causes and prevention

Ein Zwei-Personen-Hub kann das unmittelbare Handlingrisiko reduzieren, verdoppelt aber auch den Personalaufwand für diesen Teil des Prozesses. Rotation kann die Belastung verteilen, reduziert aber nicht zwangsläufig die gesamte körperliche Beanspruchung. Eine Hebelösung kann die Anforderung an der Quelle reduzieren.

Der Vorteil für die Personalgewinnung

Mitarbeiterbindung und Rekrutierung werden oft als getrennte Probleme behandelt. Bei körperlich anspruchsvollen Rollen sind sie eng miteinander verbunden.

Bewerberinnen und Bewerber beurteilen, ob eine Stelle nachhaltig wirkt. Das geschieht schnell, oft bevor sie eine Rekrutierungskampagne, ein Benefits-Paket oder einen Entwicklungsplan gelesen haben. Ein Arbeitsplatz, an dem schwere, repetitive Aufgaben sichtbar durch geeignete Handhabungstechnik unterstützt werden, signalisiert, dass das Unternehmen in Sicherheit, Technologie und langfristige Beschäftigungsfähigkeit investiert.

Dieselbe Verbesserung, die einer erfahrenen Bedienperson hilft, in ihrer Rolle zu bleiben, kann diese Rolle auch für neue Mitarbeitende glaubwürdiger machen.

Wo Sie beginnen sollten

Beginnen Sie mit der Aufgabe, nicht mit der Person.

Priorisieren Sie Vorgänge, bei denen zwei oder mehr der folgenden Punkte zutreffen:

  • Die Last ist schwer, instabil oder schwer zu greifen.

  • Der Hebevorgang wird während der Schicht wiederholt.

  • Die Aufgabe beinhaltet Verdrehen, Greifen, Bücken oder Arbeiten über Schulterhöhe.

  • Mitarbeitende bitten regelmäßig um Hilfe oder erledigen die Aufgabe zu zweit.

  • Erfahrene Mitarbeitende meiden, tauschen oder begrenzen die Aufgabe stillschweigend.

  • Muskel-Skelett-bedingte Fehlzeiten, Beschwerden oder angepasste Tätigkeiten häufen sich rund um diesen Vorgang.

  • Die Leistung sinkt, wenn eine bestimmte Bedienperson nicht verfügbar ist.


Häufig gestellte Fragen

Warum verlassen erfahrene Beschäftigtre körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten frühzeitig?

Menschen verlassen die Arbeit aus vielen Gründen, aber Studien zeigen, dass arbeitslimitierende Muskel-Skelett-Schmerzen ein wichtiger Risikofaktor für den früheren Verlust bezahlter Beschäftigung bei älteren Beschäftigten in körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten sind. Die Reduzierung unnötiger Kraftanstrengung, ungünstiger Körperhaltungen und Wiederholungen kann dazu beitragen, einen Faktor anzugehen, den Arbeitgeber beeinflussen können.

Nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit so stark ab, dass es eine Rolle spielt?

Das kann eine Rolle spielen, wenn die Arbeit hohe körperliche Anforderungen stellt. Entscheidend ist nicht das Alter allein, sondern ob Kraftaufwand, Wiederholung, Körperhaltung und Erholungsanforderungen über das hinausgehen, was eine Aufgabe vernünftigerweise von einer einzelnen Person verlangen sollte. EU-OSHA betont, wie wichtig es ist, Arbeit anzupassen, wenn gesundheitliche Einschränkungen sonst das Risiko von Arbeitsunfähigkeit oder vorzeitigem Ruhestand erhöhen könnten.

Reicht eine Schulung zum sicheren Heben nicht aus?

Schulung ist wichtig, kann aber Gewicht, Form, Häufigkeit oder Position einer Last nicht verändern. Bei repetitiven oder anspruchsvollen Handlingaufgaben ist die Risikoreduzierung an der Quelle durch Aufgabenumgestaltung oder mechanische Unterstützung in der Regel zuverlässiger, als sich nur auf Technik zu verlassen.

Wie beeinflusst ergonomische Ausrüstung die Personalgewinnung?

Handhabungstechnik lässt eine körperlich anspruchsvolle Rolle nachhaltiger, besser gestaltet und professioneller wirken. Sie ermöglicht außerdem einer größeren Gruppe geschulter Mitarbeitender, die Aufgabe sicher auszuführen, statt anspruchsvolle Arbeit auf die stärksten oder erfahrensten Personen zu konzentrieren.

Das Fazit

Europas Belegschaften werden älter, der Fachkräftemangel bleibt bestehen, und erfahrene Menschen sind schwer zu ersetzen. Arbeitgeber können nicht jeden Grund beeinflussen, warum jemand beschließt, das Unternehmen zu verlassen. Sie können jedoch beeinflussen, ob vermeidbare körperliche Anforderungen die Tätigkeit einer erfahrenen Mitarbeiterin oder eines erfahrenen Mitarbeiters schwerer machen, als sie sein müsste.

Ergonomisches Heben ist keine Wohlfühlinitiative weder Komfortmaßnahme. Sie ist ein praktischer Weg, Leistungsfähigkeit zu schützen, Prozesswissen zu erhalten und anspruchsvolle Arbeit nachhaltiger zu machen — für die Menschen, die bereits in der Produktion arbeiten, und für die Menschen, die Sie als Nächstes gewinnen müssen.

Beginnen Sie mit einer Aufgabe: mit dem Hebevorgang, den Ihr Team meidet, zu zweit ausführt oder am Ende einer Schicht spürt.


Quellen und weiterführende Informationen